
Photo by Aurica Hoffmann
Übertriebene poetische Metaphern haben mir stets die Freude an den Werken großer Poeten verdorben. Doch jetzt, da ich Sie sehen, hören und riechen durfte, weiß ich endlich, wovon Poeten sprechen, wenn wie sagen, Sie käme einer duftenden Blume gleich. Einer Blüte, die frischen, süßen Nektar enthält, dessen Bann sich kein noch so schäbiges Insektentier entreißen könnte, welches zufällig an Ihr vorbeischwirrt.
Sie ist wunderschön, so komplex in Ihrer Gesamtheit und doch kaum als Ganzes zu erfassen. Man möchte sich für immer an Ihrer Schönheit und Vollkommenheit erfreuen, an Ihr laben, bis man jedes noch so kleinste Detail Ihrer Blüte genauestens untersucht, sich in es verliebt, es wie eine Göttin verehrt hat – und darüber hinaus.
Man möchte die pure Perfektion – von der man immer geglaubt hat, sie sei ein non-existenter Mythos, ein Hirngespinst – mit allen Sinnen einsaugen, darin baden, gänzlich untertauchen und ihn ihr aufgehen um mit ihr Eins zu werden.
Man möchte Sie besitzen, Sie mit niemandem teilen und ihre Kostbarkeit vor der Welt verstecken, damit sich sonst niemand sich an ihrer Existenz sattlzuaben vermag.
Geradewegs will man Sie sich einverleiben, Sie irgendwie im Geiste konservieren, damit der Zustand purer Eleganz niemals im Raum verfliegt, da steht Sie auf und Sie reckt sich, um ihren schweren Koffer aus dem Stauraum zu hieven, und strömt ein letztes Mal diesen atemberaubenden, sinnesbetörenden Duft aus.
Und ehe man sich versieht, ist sie irgendwo in der düsteren Landschaft in irgendeinem Ort in irgendeinem Land auf irgendeinem Planeten – für immer verschwunden.
Kurze Gedankenbrocken.
And there she was. She was and I couldn’t do a thing, and she was, and I saw, I smelled, I bathed in her appearence. And there she left.
Und ich wusste, dass ich sie lieben würde, bis ich tot umfalle, weil sie da war und so schön und so duftend. Eine Phantasie. Und sie real.
Und ich so. Gar nicht duftend und schön. Den Mief der Großstadt in den Klamotten. Müde und verhungert. Ich so ich.
So she left and I turned my head, in devotion. I forced myself to look, so I looked and she smiled. She smiled like it didn’t matter.
Es ist beinahe teuflisch. Ein Geruch,an dem man sich nicht satt riechen kann. Der sich ins Gedächtnis einbrennt und dort für immer verweilt.
Jeder zukünftige Geruch wird sich an diesem messen müssen und keiner wird ihn übertrumpfen. Denn es ist die Erinnerung an Vollkommenheit.


